Greta Thunberg: Noahs Flutlegende beim Klimanotstand

Könnten allein biblische Spielzeuge in Form von Schäfchen, Nashörnern und karottenfressenden Pinguinen, welche Kindern unterschwellig Noahs Flutlegende vermitteln, die überwältigende Mobilisierung Jugendlicher zur Ausrufung des Klimanotstands mitbegünstigt haben?

Ausser, dass man sich mit Spielzeugen nicht verschlucken sollte, sind andere Warnhinweise auf Spielsachen nicht üblich. Aber wie schaut es denn mit Hinweisen auf Ideologie- und Manipulationsanfälligkeit infolge vom Spielen mit niedlichen, von der Sintflut geretteten, Plüschtierchen aus?

Sowohl Gretchen in Goethes Faust, heute der Inbegriff der Fragetechnik, das ehrenhafte Gewissen des Gegenübers auszuloten, als auch Fräulein Greta Thunberg, machen aus ihrem Imperativ eine Tugend.

Die als Wiedergeburt von Pipi Langstrumpf gefeierte, junge schwedische Aktivistin berührt manche von uns tief. Vermutlich peilt sie die gleichen Untiefen unserer Emotionen an, wie einst Gretchen, die dem mit allen Wassern gewaschenen Dr. Faust nicht ganz über den Weg traute.

Hierbei verdient die Frage nach dem Generationenkonflikt keinerlei Beachtung. Sehr wohl aber die Analogien zwischen der biblischen Flutlegende und dem schulbefreienden Protest zum Klimanotstand.

Aus der biblischen Überlieferung wissen wir nicht, ob Noah auch freitags anderen Verpflichtungen für die von göttlicher Eingabe geprägte Not, die Arche zur Rettung der Menschheit zu bauen, fernblieb. Der Flash damals verleitete ihn dazu, dass er von allen Tieren Pärchen einsammelte und aus Zypressenholz eine Arche baute, um die für sündhaftes Verhalten bestrafte Menschheit zu retten.

Die Sinflut war für seine Begriffe ebenso eine angenommene, unumkehrbare Notsituation, wie heute der stets auf einen Freitag fallende Protestmarsch von Gretas Jünger. Heute hat es die Menschheit (mal) wieder geschafft die Natur, als Unterbegriff des Göttlichen, gegen sich aufzubringen.

Mit Noahs Zeitgenossen vereint manche die Annahme, dass lasterhaftes Verhalten eine Vergeltung der Allmacht hervorrufe. Von weiteren landläufigen Überlieferungen aus dem Volksmund wissen wir, dass die Gottheit, sprichwörtlich nicht mit dem Knüppel strafe, sondern stets ein Vollwaschprogramm in Form einer Sintflut oder reinigender Flammen über uns ergehen lässt.

Anscheinend ist von allen für Leib und Leben drohenden Gefahren, ausgerechnet der befürchtete, ansteigende Meeresspiegel, die gewöhnlichste Form menschlichen Esprits entsprungener Angstmanifestation, um schlechtes Gewissens für Leben über die Verhältnisse zu sühnen.

Kein besserer Name als Greta, um einer Gesellschaft die Gretchenfrage zu stellen

Alle Gretchenfragen dienen einer angeblich besseren Welt. Über die Naivität, welche sich in der Fragestellung gegenüber den Problemen der Menschheit zeigt, mag Wohlwollen bei der Beantwortung entscheidend sein.

Ebenso anzunehmen ist, dass es im neuerlichen Klimadrama auch wie in Goethes Meisterwerk neben Gretchen mindestens einen, wenn nicht zwei weitere Hauptprotagonisten vorkommen.

Angesichts dieses religiös-kulturellen Ballasts des Abendlands ist für aufgeklärte Geister die Frage, ob diese apokalyptischen Annahmen einem Manipultationstest standhalten.

Die Mystik ist in diesem neuzeitlichen Drama zumindest als einen weiteren Protagonisten auszumachen. Sie entstammt ebenso wie Goethes Mephisto aus einer wenig greifbaren übersinnlichen Dimension.

So sehr zum einen der emanzipierte Zeitgeist Fake News zu entschlüsseln versucht, so sehr ist er gerade auf einer anderen Ebene, in einer von archaischen Mustern gefärbten Denkweise über den drohenden Weltuntergang, gefangen. Ganz so, als ob Aufklärung, Demokratie und Bildung wie verpuffte Entwicklungshilfen bleibende Werte geschafft hätten.

Ist Greta eine Täterin oder ein Opfer von Manipulation?

Doch wer nimmt die Rolle des über alle Zweifel erhabenen Dr. Faust ein? Auf dem Politmarkt der Ideen bleibt die Apokalypse das Hartgeld, eher Krisen herbeiredend als krisensicher, die ewig gut geschmierte Maschinerie der Angstmache, womit Politik von aktuellen Themen gezielt ablenkt.

Aber jene, welche von Berufs wegen im Namen der Staatssicherheit den Mobilisierungsgrad Jugendlicher für diverse Subjekte analysieren und instrumentalisieren, machen sich abstrakte Themen, insofern sie auf einer religiösen oder moralischen Welle schwimmen und keinen echten, sozialen Unfrieden stiften, zunutze.

Eine Strategie besteht darin, über eine vorgelagerte, kontrollierte Zündung zum Thema Klimafrust in Europa, das alte Establishment aus der Schusslinie von Protesten zu führen. Eine Rebellion gegen die korrupten Eliten oder Steinewerfen gegen eine ungerechte Reichtumsverteilung gilt es zu vermeiden.

Je mehr wir für Themen sensibilisiert werden sollen, die genug Idealismus einräumen, jedoch wissenschaftlich und kulturell eher Debattencharakter haben, desto mehr sollten wir aufhorchen, dass die diskreten Staatswächter durch ein soziales Ventil angestauten Frust kontrolliert ablassen und uns so auf einer falschen Fährte locken.

Apokalyptische Klima-Fata-Morgana durch viel heisse Luft

Weil nun mal der Brechungsindex heisser Luft höher ist als jener der kalten, wird mit viel heisser Luft eine apokalyptische Klima-Fata-Morgana erzeugt, welche in wohldosierter Form eine gesellschaftlich überfällige Gretchenfrage stellt.

Die Zündung des sozialen Unfriedens über eine entfachte Jugendbewegung zum angeblichen Klimanotstand richtet so ausser Absenzen vom Schulunterricht keinen Schaden an.

Es führt zu keinen sozialen Unruhen und keiner Vermögensverteilung, es prangert keine historischen Höchststände von Europas Jungendarbeitslosigkeit an und sucht keinen Schuldigen für die überwiegende Armut auf dem alten Kontinent.

Das würde gut den Schwedentross erklären, der als treibende Kraft um das junge Nordlicht im Hintergrund agiert.

Ein sozial-politisches Ventil um von akuten Problemen dieser Welt abzulenken

Hierbei ist es nebensächlich, ob es die Klimaerwärmung wahrlich gibt oder es sich um eine typisch abendländische, pseudoreligiöse Form der psychologisch motivierten Selbstbestrafung einer narzisstischen Gesellschaft durch Konsumverzicht in Massen oder selbstauferlegte Bussen für vermeintliche Umweltlaster handelt.

Das vorerst nur in Schweden anzutreffende Phänomen der bizarren «Flugscham», durch Gretas pilgerhafte Zugfahrten ausgelöst, mag nur ein Beispiel sein. Wir wissen auch von anderen Massenbewegungen, dass deren Anführer, wie zum Beispiel Gandhi, lange Fussmärsche den zeitgemässen Transportmitteln vorgezogen hatten.

Skandinavischer Staatssozialismus im Spannungsbogen zwischen Alkoholprohibition und experimentellen Freigeist aus Staatsgnaden mag von absurd bis entgleist anmuten. So wie dort ein halbes Jahr nördliche Dunkelheit das Gemüt prägt, sollten wir auch mal daran denken, dass anteilig an der Protestbewegung ebenso viel Ideologie und Manipulation wie Umweltschutz mitwirken.

Nur weil Lindgrens Märchen toll waren, bei Abba der emanzipative Generationenkonflikt als Pop klangvoll ablief und Ikea allen ein Anrecht auf ein buntes Sofa einräumt, sollten wir bei der neuerlichen Gretchenfrage aus Schweden uns nicht hinters Licht bringen lassen.

Die herbeigeredete Klimakrise hat ausser planwirtschaftlichen Ansätzen zur Schadstoffreduktion und wirtschaftsschädlichen Konsumverzicht einzelner Individuen nichts zu bieten.

Selbstdefinierte Krise ist grössere Gefahr als steigende Meeresspiegel

Hingegen können wir dieser vom Klimabewusstsein sich in selbstdefinierter Krise befindenden Generation erklären, dass sie durch Ideologie und Manipulation weit verwundbarer sind, als von steigenden Meeresspiegeln.

Sie als Kanonenfutter und Söldner für unbekannte Auftraggeber zu bezeichnen wäre weit gegriffen; zutreffender wäre, uns zu fragen, vor welchen drohenden und unmittelbaren Fragen wirtschaftlicher und sozialer Probleme wir dadurch ferngehalten werden.

Die Psychologie der Massen entstammt als Machtinstrument aus Laboratorien des Staates, welche stets an einer Formel tüfteln, wonach ein vorgegaukeltes, angestrebtes Gemeinwohl möglich abstrakt bleibt, damit die alte Ordnung unangetastet fortbestehen kann.

Wie manipulativ ist die Vermittlung der Flutlegende durch Spielsachen für unsere Kinder? Ein Kommentar des Publizisten Radu Golban.
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