Mitleid mit Bill Gates?

Zahlreiche als Verschwörungstheoretiker gebrandmarkte Impfgegner, welche in Bill Gates den Grund allen Übels in der Coronakrise erblicken, fordern gegen ihn Ermittlungen. Doch kann man einen Menschen juristisch belangen, wenn er nicht ganz bei Trost ist? Mittlerweile publizieren in den Mainstreammedien mehr Psychologen und Soziologen Leitartikel zum Muster und Verhalten der Verschwörungsanhänger, als in einer ganzen Bibliothek voller Medizinzeitschriften nachzulesen wäre. Falls es sich um Auftragstexte handeln sollte, dann fehlte bisher der Geldgeber für eine Abhandlung über Bill Gates‘ psychologisches Profil. Der Anspruch ist berechtigt. Immerhin muss auch eine Flugbegleiterin einen psychologischen Einstellungstest absolvieren. Umso mehr sollte man der Frage nach seinem psychischen Gesundheitszustand nachgehen, da sein ausuferndes Mäzenentum in Form von Milliarden die politische Agenda gewählter Regierungen beeinflusst.

Angenommen, dass Herr Bill Gates unter wiederkehrenden Angstschüben leidet und, statt sich vor niedlichen Maikäfern zu fürchten, nun Himmel und Erde in Bewegung setzt, um die Welt vor einem für ihn persönlich als gefährlich eingestuften Virus zu bewahren, was können wir dagegen ausrichten? Nachdem er Saatgut am Nordpol in einem atomsicheren Bunker deponiert und unter seinem Anwesen in Seattle einen weiteren Atombunker errichtet hat, kann man nicht ausschliessen, dass diverse Ängste immer wieder den Gaul bei ihm durchgehen lassen. Bis zur emotionalen Corona-Hysterie waren die Zeugen seiner speziellen Wahrnehmung und Angstphantasien auf einen kleinen Kreis von Menschen begrenzt. Einer davon ist sein früherer Pooltechniker Hall und einige Angestellte, denen Gates 2010, während er auf die Fertigstellung seines Superbunkers drängte, sichtlich beunruhigt riet, die USA bis zum nächsten Wochenende zu verlassen.

Welchen Umgang sollte man mit einem Menschen wählen, dessen Angst-Spektrum weit mehr an diffuse Verschwörungstheorien reicht, als jenes der Menschen, die sich vor ihm fürchten und gegen ihn rebellieren? Vermutlich würde uns Herr Gates auch sein Lieblingsspielzeug zeigen oder irgendwelche skurrilen Hobbies verraten, wenn Protestierer Mitleid statt Zorn, Verständnis für einen womöglich angeschlagenen Menschen statt Kritik zeigen würden. Es ist nicht auszuschliessen, dass diese traurige Gestalt bei der nächsten Angststörung eine Kaninchenmutation befürchtet und wieder die Welt auf den Kopf stellt. Dann würden mehr Tierärzte als nur der Leiter des Robert Koch-Instituts, Dr. med. vet. Lothar Wieler, das letzte Wort in der Pandemiebewältigung haben und das Osterfest würde für immer verschwinden.

Zweifelsohne ist Herr Gates eine charismatische Persönlichkeit. Doch sollte man bei der Beurteilung eines Verhaltensmodells weniger auf die positiven und negativen Aspekte der Handlungen abstellen, als nach der persönlichen Triebfeder einer solchen Persönlichkeit fragen. Zumal es selbst den bekanntesten Diktatoren dieser Welt nicht an Charisma gemangelt hat und hierbei dennoch alle unter Messias-Psychosen gelitten haben (sog. Jerusalem-Syndrom).    

Besonders empfehlenswert zum besseren Verständnis eifriger Messiasse ist das Buch „Szenen aus dem Herzen“ von Malena Ernman, der Mutter der bekannten Klimaaktivistin Greta Thunberg. Gemäss den Ausführungen der Autorin zur (Familien-)Krankheit, dem Aspergersyndrom, ist der Ökoaktivismus ein Weg zur Linderung der Symptome, die ihr Kind lange geplagt hatten.

Freilich ist Herr Gates keinesfalls auf manch einen Rat durch Laien angewiesen, kann er doch in seinem Imperium und Geflecht an Wohltätigkeitsorganisationen auf das Wissen der Rockefeller-Stiftung zurückgreifen, welche dank der üppigen Finanzierung der Forschung in Neurologie im Nazideutschland über angereichertes Fachwissen verfügt. Ob der Beitrag „Flexible Antworten – offene Fragen: Zu den Förderstrategien der Rockefeller-Stiftung für die deutsche Hirnforschung im Nationalsozialismus[1] von Prof. Dr. med. Frank W. Stahnisch in der Fachzeitschrift „Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie-Zeitschrift für Erkrankungen des Nervensystems“ oder Garland E. Allens Buch „Was Nazi eugenics created in the US?“ [2] u.a.: Sie alle deuten auf eine transatlantische, unheilvolle Symbiose von unermesslichem Reichtum und menschenverachtender Wissenschaft des Dritten Reichs.

Der vollzogene demokratische Wandel in Deutschland kann nicht als Garant dafür bürgen, dass Geld und Politik im Gesundheitswesen bei der gleichen Rollenverteilung stets der Menschlichkeit dienen. Die breite Spanne gemeinsamer Projekte dieser Akteure während der dunkelsten Periode der deutschen Geschichte zur Entwicklung von Impfungen und Pandemieprävention ist dazu geeignet, selbst bei überzeugten Impfanhängern einen Brechreiz auszulösen. Es ist ein Unterschied, ob man sich die dänischen Gaunerkomödien „Die Olsenbande“ mit dem Senioren-Gaunertrio anschaut oder mit einem kritischen Blick auf die Verbandelung der Wohltätigkeitsorganisationen von Gates und Rockefeller blickt. Doch so düster wäre selbst diese Liaison nicht, sollten wir auf dem Höhepunkt von Gates‘ Ruhm erfahren, dass irre religiöse Fantasien ihn ebenso beflügeln wie einst den Milliardär und Baptisten John D. Rockefeller beim Grundsteinlegen seiner neo-protestantischen Rockefeller-Universität. Sollte weitverbreiteter und salonfähiger pseudo-religiöser Glaube an den Weltuntergang in den USA des 19. Jhd. ausgerechnet im Erfinder des Personal Computers noch einen Anhänger oder Schläfer gefunden haben, dann wäre das sicherlich ein grosser Lacher. Immerhin würde dann unser aller Dank für seinen technischen Beitrag zur Modernisierung unserer Welt auch selbstverständlich das Mitleid für seine Schwächen enthalten statt nur Kritik und Verhöhnung.


[1] https://www.kup.at/kup/pdf/9517.pdf

[2] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1299061/

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